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Juli 2010

Fachmann für Platinen: Matthias Warnecke
Seit Christoph Dichte vor 32 Jahren nur mit einem Lötkolben und einer Stange Zinn bewaffnet durch Deutschland reiste, um Videospielkonsolen zu reparieren, hat sich seine Firma beträchtlich vergrößert. Heute beschäftigt sein Brunsbütteler Technologie-Unternehmen "ESCD" 40 Angestellte und expandiert.

Nun hat die Firma, die schwerpunktmäßig Industrieelektronik herstellt, ihren ersten Auszubildenden hervorgebracht: Der 30-Jährige Matthias Warnecke hat als landesweit bester Mikrotechnologie-Azubi seine Ausbildung abgeschlossen. Besonders an diesem Vorgang ist, dass das Unternehmen von alleine wohl keinen Azubi einen Platz hätte bieten können. "Diese Fachkräfte werden auf dem Markt händeringend gesucht. Aber selber einen Ausbildungsplatz anzubieten, war anfangs nicht ganz einfach - die administrative Abwicklung ist sehr aufwendig", berichtet Jörg Grimsmann, Geschäftsführer der ESCD.

Die Lösung dieses Problems trat dann mit André Mewes auf den Plan. Der Betriebswirt und Sozialökonom von der Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel (egeb) stellte den Kontakt zur Ausbildungsinitiative Rheinland her. Die Initiative wird von den Unternehmen Bayer und Laxess getragen. Von dem Konzept der Initiative sollen beide Seiten profitieren: Offiziell war Warnecke bei dem Chemieunternehmen Bayer Material Science als Azubi unter Vertrag. "Die Werkhalle von Bayer habe ich aber nie von innen gesehen" , berichtet der frisch gebackene Mikrotechnologe Warnecke. Und das kommt so: Seine praktische Ausbildung absolvierte er bei ESCD. Wohingegen die für die Lehrzeit notwendigen Ausbildungsabschnitte in Laboren oder Werkstätten des Partners Bayer stattfinden konnten. "Wir nehmen den Betrieben das ab, was sie nicht leisten können", erklärt Knut Pommerenke, Leiter für Ausbildung und Training bei Bayer Material Science. Neben den bürokratischen Hürden sei eben auch die richtige Ausbildungs-Ausrüstung für kleinere Unternehmen ein Problem, erklärt Pommerenke weiter.

Für Matthias Warnecke hat sich die Zusammenarbeit zwischen Groß und Klein jetzt ausgezahlt: Der gebürtige Brunsbütteler kam nach einem abgebrochenen Jura- und dann Elektrotechnikstudium in die Firma "um erstmal über die Runden zu kommen", wie er sagt. Schnell bewährte sich der Ex-Student als Produktionshelfer. Bis sich schließlich die Ausbildungschance durch die Initiative Rheinland bot. "Wir werden ihn halten", verspricht Chef Jörg Grimsmann. Warnecke ist nun ein begehrter Facharbeiter: Momentan gibt es in Deutschland nur rund 580 Auszubildende in dem Berufsbild des Mikrotechnologen.

Die Initiative Rheinland könne als "ein Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Industrie und Mittelstand" gelten, lobt auch egeb-Mann Mewes die Initiative.

Pro Jahr vergibt das Unternehmen Bayer Material Science 25 Lehrstellen - davon sind zehn Stellen für die Ausbildungsinitiative Rheinland vorgesehen. Warnecke wird damit nicht die einzige Fachkraft bleiben, die von der Zusammenarbeit profitiert. Ab August wird die Elektronik-Firma ESCD zwei weitere Auszubildende einstellen. Platz ist vorhanden: Die Firma hat ist allein im vergangenen Jahr von 560 auf 2000 Quadratmeter Produktionsfläche angewachsen. Bild

 
 
 
 

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